Fraser Island - mein kleines Dschungelcamp...

Nach drei Autostunden in unserer Knutschkugel, erreichten wir langsam Hervey Bay. Das Autofahren auf der linken Seite hier, ist  wirklich anstrengend. Wir haben mehrere Pausen mit einem Nickerchen eingeschoben, denn dieser Linksverkehr verlangt große Aufmerksamkeit. Von Hervey Bay erwarteten wir nicht ganz so viel Trubel wie in Byron Bay, aber dennoch ein bisschen Urlaubsvibes. Nach dem Einchecken in unsere Ferienpension mit dem kleinen Pool vor der Nase, wollten wir das Städtchen erst mal unsicher machen und fuhren Richtung Esplanade. Wir waren uns sehr unsicher, ob wir wirklich richtig waren, denn obwohl Haupt-Urlaubs-Saison war, war hier kaum was los. Naja und den Strand hatten wir uns auch etwas anders vorgestellt, er hatte was vom Wattenmeer an der Nordsee. Wir sind ein wenig spazieren gegangen und mussten dann hinnehmen, dass hier wirklich der Hund begraben war und die Urlauber Hervey Bay nur nutzten, um Fraser Island zu entdecken. Also gingen wir früh schlafen denn morgen holt uns unser Shuttle Bus zur Cool Dingo Tour sehr früh ab. 

Um 3 Uhr heute Nacht plötzlich springt jemand neben mir schlagartig auf. Ich habe fest geschlafen und wusste gar nicht, was auf einmal los war. Domi war es, der wie von einer Tarantel gebissen aus dem Bett sprang und das Licht anmachte und gleichzeitig sein T-Shirt von sich riss. Ich öffnete die Augen und fragte ihn ängstlich, was passiert ist. Er sagte, es ist was großes an meinem Arm hochgekrabbelt, erst dachte ich, es ist nur Einbildung, doch dann spürte ich das Krabbeln richtig. Ich lag mit großen Augen, die Decke bis zum Kinn gezogen, im Bett und fragte nur: Und wo ist das Große Krabbeln jetzt??

Ich wurde panisch und zog ganz langsam das Bettlaken, was Domi zu meiner Seite hin klappte mit meiner Fingerkuppe nach vorne und entdeckte direkt auf der Höhe meiner Brust, auf dem weißen Betttuch ein richtig großen TOTEN Käfer und drum rum ein wenig Blut davon. Boah war das eklig.

Ich muss dazu sagen, das Appartement war wirklich sauber es war nicht so, dass es da überall gekrabbelt ist. Aber wir sind nunmal in Australien und da bleibt das wohl nicht aus. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass Schlaf in dieser Nach überbewertet war und wir kein Auge mehr zumachten. 

Ziemlich früh, packen wir unsere Sachen zusammen für unseren nächsten zwei Tage. Das Abenteuer von Fraser Island sollte beginnen. Wir durften freundlicherweise unseren großen Koffer im Appartement stehen lassen, obwohl wir zwei Tage weg waren und mussten dafür nix zahlen, das fanden wir super nett vom dem alten Opi an der Rezeption. 

Wir stellten uns an den Straßenrand und warteten auf den Bus. Irgendwie wurde ich so langsam nervös und hatte schon Angst, dass sie uns  aus unerklärlichen Gründen vergessen würden.  Es fuhren ständig Busse vorbei aber keiner hielt für uns an. In der Zwichenzeit, kämpfte ich noch mit so ner riesen Biene, die sich wie eine Klette immer an mein Bein setzte und ich hatte jetzt langsam so richtig die Schnauze von den ganzen Insekten voll. Wollte jetzt hier weg und endlich auf die Sandinsel Fraser Island. Ach ja, um sicher zu gehen, dass der liebe Rezeptionsopi auch unser Bettlaken wechselt, hab ich ihm noch auf dem Bett einen Zettel hinterlassen, dass er bitte unbedingt, dass Bettzeug wechseln soll, weil da Blut von einem dicken Käfer drauf ist. Uaaah wenn ich daran denke wird mir wieder ganz anders.

Endlich, der Bus ist da, wir erhielten ein pinkes Cool Dingo Bändchen und wurden zu einer Sammelstation gebracht. Von dort wurden wir dann noch mal umsortiert und unser Gepäck verstaut. Mit einem großen Bus ging es jetzt an den Hafen Kingsfisher Bay, wo eine Autofähre uns zur Sandinsel schippern sollte. Ich war total gespannt, welche jungen Leute mit dabei sein werden. Denn die ganze Tour sollte aus einer Truppe zwischen 25 und 35 Jahren bestehen. Nach ungefähr einer Stunde war es dann soweit, wir erreichten Fraser Island. Das Abenteuer kann beginnen. Wir gingen noch schnell auf Toilette und dann ab in den Bus, der uns über die Insel bringen sollte. Wir saßen erst ziemlich weit hinten und verstanden von da unseren Guide kaum, dass wir uns einfach in die erste Sitzreihe nach vorne setzten, um alles mitzubekommen. Gott sei dank, kann ich nur sagen, denn dieser Bus war kein normaler Bus. Die Anschnallpflicht, auf die uns unser Guide hinwies, hatte einen gewaltigen Grund. Denn dieser Bus war so was wie ein 4 x 4 Jeep in groß, denn wie schon gesagt, wir sind hier auf einer Sandinsel. Wir schnallten uns an und schon ging es los. Wir mussten uns festhalten, so durchgeschüttelt wurden wir und ziemlich schnell war mir klar, dass es eine der besten Entscheidungen war, sich hier ganz nach vorne zu setzen, denn mittlerweile kamen mehrere Leute von den hinteren Sitzreihen nach vorne.

Unser erster Stop sollte Lake McKenzie sein und im Internet sah der schon richtig geil aus. Wir mussten durch den Wald über Stock und Stein und wurden schon sehr intensiv aufgeklärt über gewisse Raubtiere und vor allem auf Dingos achtzugeben. Dingos sehen genauso aus wie unschuldige Hunde, sind aber nicht ungefährlich. Einer australischen Geschichte nach, fressen sie kleine Kinder und vor ein paar Jahren gab es so einen Fall sogar in den Nachrichten.

Unser Bus voller jungen Weltenbummlern aus überwiegend England, Schottland, Holland und der Schweiz, ging also mit großer Aufmerksamkeit in Richtung See.  Ein Großteil ging nach links, wo eh schon voll viele Leute sich breit machen, wir gingen schön nach rechts und mussten den Strandabschnitt mit nur ganz wenigen Touris teilen.

Nach einiger Zeit knurrte unser Magen und wir packen unsere sieben Sachen schweren Mutes zusammen, hier hätte ich auch den ganzen Tag verbringen können. Oben am Waldende, glücklicherweise ist noch kein Dingo aufgetaucht, wartete schon unser Guide auf uns, denn jetzt gibt es erst mal was zu essen. Wir halfen ihm noch, eine Plane zu spannen, da hier das Wetter sehr schnell umschwenken kann und aßen dann leckere Hamburger mit Salaten. Kaum war das Essen auf dem Tisch bekamen wir auch schon Besuch. Hier war es übrigens strengstens verboten außerhalb der Essbereiche was zu verzerren, denn die ganzen Tiere in der Umgebung, waren sofort auf der Hut, wie man hier sehen kann.

Nach dem Essen und dem ersten richtigen Kennenlernen der Gruppe ging es zurück zum Durchschuckeln in den Bus. Als nächstes wartete eine Regenwald Wanderung auf uns. Bevor es los ging sprühten wir uns noch mal ordendlich mit dem Mückenspray ein, denn hier summte und krabbelte es überall. Insgeheim freute ich mich schon auf unsere Unterkunft, in der es weniger Krabbelviescher geben sollte. Vorbei an meterhohen weißen Stängelbäumen, über Brücken von Bachläufen und wahnsinnig vielen Palmen, erreichten wir endlich unser Ziel den ältesten und vor allem dicksten Baum der Insel. Auf den Weg dahin lernen wir Nicole und Sandro kennen ein total sympathisches Pärchen aus der Schweiz und kaum, beschalten wir den Walt mit unsere Deutschen Sprache fanden wir noch Yasmin aus der Schweiz und Selina und Phillip aus Gelnhausen. Schön mal wieder bisl hessisch zu hören. Jeder hatte seine eigene Australien Geschichte. Vor allem Selina hatte viel zu erzählen, da sie schön länger hier in Australien als Au-Pair arbeitete und Phillip sie zum Ende ihrer Zeit hier besuchte. Endlich geschafft und wieder rein in den Bus zur letzten Etappe für heute, unsere Unterkunft. Ich war so langsam echt froh aus dem ganzen Dschungel rauszukommen, denn nach der Nacht wollte ich unbedingt mal wieder in Ruhe schlafen. 

Wir teilten uns zusammen mit Nicole und Sandro einem Bungalow, aber von Insektenfreiheit keine Spur, denn unsere Unterkunft war mitten im Dschungel. Dass wir Duschen und Toiletten auf den Gängen hatten das wussten wir, aber dass sie Zimmer so "natürlich" waren, damit hatte ich nicht gerechnet. Im Bad lag ein toter Käfer an dem unzählige Armeisen knabberten und ich dachte nur, oh mein Gott. Wir duschten in der anderen Dusche und trafen uns dann erst mal unten in der Dingo Bar und wollten zu einem mega Aussichtspunkt, um den Sonnenuntergang zu genießen. Es hat sich lustigerweise herausgestellt, dass die Sicht der Sonne wohl vor einigen Jahren mal Bombe gewesen ist, denn hier stand jetzt einfach nur ein großer Baum.

In der Dingobar bekamen wir dann auch unser Abendessen.  Das Essen war so weit lecker. Wir aßen unter freien Himmel und es fühlte sich an als seien wir in einer Art Ferienlager.  Ich beschloss, obwohl es total warm war, lange Klamotten anzuziehen, denn ich hatte echt Angst vor irgendwelchen Insektenstichen. Der Tag war echt mega schön, aber so richtig entspannen konnten wir uns alle nicht. Überall liefen Kakerlaken über die Essentische und krabbelten überall umher. Yasmin aus der Schweiz, reiste ganz alleine, was ich ziemlich cool und ausgesprochen mutig fand. Sie wollte eigentlich drei Tage hier bleiben, aber entschied sich heute noch, dass sie mit uns morgen Abend zurückfahren möchte. Wir machten viele Späße über unsere kleinen neuen Freunde, sodass wir einen richtig lustigen Abend hatten. Obwohl ich dachte, dass wir hier kein Auge zumachen könnten, haben wir komischerweise sehr gut geschlafen. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0