Aldiana Cluburlaub Djerba



Sommer, Sonne, Sonnenschein - am Besten schon bevor der Sommer in Deutschland losgeht. Sport im Urlaub für viele von uns ein No-Go. Viele von uns wollen im Urlaub einfach nur entspannen. Ja, das möchte ich auch, aber nicht zu lange, denn sonst wird mir langweilig. Daher ist Cluburlaub genau das richtige für uns. Coole Leute kennenlernen, Party machen, tanzen, Sport machen, Cocktails trinken und gutes Wetter, genau das haben wir uns im Aldiana Club auf Djerba vorgestellt. Durch Zufall entdecken wir im Tennismagazin, dass Karsten Braasch ein Tenniscamp zu dieser Zeit anbietet. Wir zögern nicht lange und innerhalb weniger Stunden, lassen wir uns den Cluburlaub Aldiana bei Nadine aus dem Haus des Reisens buchen. 


Eine Woche Sporturlaub mit drei Tagen intensivem Tenniscamp stehen auf unserem Plan. Ganz früh morgens stehen wir in der langen Schlange der Nouvelair Fluggesellschaft. Davon hatte ich vorher noch nie was von gehört und bin dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber. In der Schlange zum Check-In ist die Hölle los, hinter uns stehen schon eine Gruppe Männer mit pinken T-Shirts, die sich mittlerweile das dritte Bier aufmachen. Glücklicherweise verrät uns ihre T-Shirtaufschrift, dass sie keine Gäste im Aldiana Club sind. Puh, noch mal Glück gehabt. Da kommt schon die nächste Männergruppe und diesmal sogar mit Tennisschlägern im Gepäck. Was wir auch nicht wussten, Tennisschläger im Handgepäck sind erlaubt. 

 

Im Flieger nehmen wir unsere Plätze ein und kommen direkt mit den Tennisschlägerjungs ins Gespräch. Bingo, die sind auch im Aldiana Club. Nach knapp drei Stunden landen wir auf der Insel Djerba in Tunesien. Wir schnappen uns unsere Koffer und werden direkt herzlich von einer Aldiana Dame empfangen und zum Bus gebracht. Nach nicht mal 30 Minuten erreichen wir unseren Club. Ein Teil der Crew hat sich aufgestellt, um uns zu begrüßen und sie empfangen uns mit gute Laune Musik und einem Fruchtcocktail. Der Check-in läuft super schnell und wir beziehen direkt unser Zimmer in unserem Bungalow. Nachdem wir unsere Koffer abgestellt haben, gehen wir erst einmal zum Frühstück am Strand, um uns zu stärken. Es ist sehr windig heute und etwas frisch. Nachdem wir uns gestärkt haben, erkunden wir die Clubanlage. Es gibt zwei Restaurants, eine Poolbar, zwölf Tennisplätze, einen Pool, einen Kidsclub, einen Hasen namens 2-Pac zum Streicheln, ein Fitnessstudio, einen SPA-Bereich und ein Hallenbad. Wir gönnen uns jetzt einen Drink an der Bar und beobachten die Leute. 

 

Wir packen in Ruhe unsere Koffer aus und schlüpfen in unsere Tennisoutfits. Jetzt wird erst mal eine Runde gespielt, schließlich haben wir lange drauf gewartet von der Halle endlich wieder auf die Freiplätze zu kommen. Leider ist es heute super stürmisch, sodass wir echt extreme Bedingungen haben. Dann kommt ein braungebrannter Mann auf den Platz gelaufen. Es ist Karsten Braasch, der ehemalige Tennisprofi und Nr. 38 der Welt. Er hat zusammen mit Boris Becker, Andre Agassi und Pete Sampras gespielt. Er fragt uns, ob es ok ist, mit dem Tenniscamp einen Tag später zu starten, da die Wettervorhersage enormen Wind vorhersagt. Unsere Wetterapp verrät uns 30° C für morgen aber sehr windig, von daher sind wir völlig einverstanden am ersten Urlaubstag erst mal ein wenig am Pool zu relaxen. 

 

Unser Zimmer ist sauber, aber schon ein wenig in die Jahre gekommen. Ich war ein wenig enttäuscht von der Ausstattung. Zum Abendessen mussten wir uns dick einpacken, denn es war richtig stürmisch und echt kalt. Mit dicker Jacke gehen wir also zum Abendessen. Hier werden wir kulinarisch mehr als positiv überrascht. Das Essen ist großartig. Frische Dorade, gegrilltes Gemüse und leckeres Fleisch, sowie viele andere Köstlichkeiten, ein kulinarischer Gaumenschmaus. Ich bin ja schon sehr gutes Essen von AIDA oder den Malediven gewohnt, aber dieses Essen hier, ist mit Abstand das Beste, was ich bisher erlebt habe. 

 

Am nächsten Tag freue ich mich auf die 30°C und einen chilligen Tag am Pool. Leider ist es aber sehr bedeckt und richtig kalt und stürmig. Das mit dem Pooltag wird heute leider nix. Ich bin ziemlich enttäuscht, aber für das Wetter kann ja niemand was. Als es dann auf einmal in Strömen regnet und wir uns in der Poolbar unterstellen, hilft mir das nicht wirklich. Die Barkeeper und das Personal ist extrem freundlich zu uns. Jetzt kommt auch noch ein Gast zu uns und erzählt uns, dass wenn es weiter regnet unser Tenniscamp ausfällt, weil die Tennisplätze keine Drainage haben und sie somit hier unter Wasser stehen würden. Denn normalerweise regnet es in Tunesien nicht. Na toll, das wäre ja der Supergau. Zum Glück hört es später wieder auf zu regnen. Für alle Raucher unter uns, hier stehen überall Aschenbecher auf den Tischen und auch an der Poolbar darf geraucht werden. Den einen störts der andere findet es gut.  

 

Da wir gerade eh nichts anderes machen können, beschließen wir, dass wir ins Fitnessstudio gehen. Hier fahren wir ein paar Runden auf dem Fahrrad. Der Tag ist vorbei und die Hoffnung, dass das Wetter morgen besser wird, ist wieder gestiegen. Heute beginnt unser Tenniscamp. Wir sind vier Teilnehmer, Moni, Thomas und wir zwei. Letzte Woche waren hier weitaus mehr Teilnehmer, die das Tenniscamp besucht haben. Wir werden in zwei Teams eingeteilt. Moni und Thomas gehen als erstes zu Ex-Tennisprofi Karsten und wir zwei dürfen zu Sascha, dem Tennistraininer aus Frankfurt. Alle halbe Stunde werden die Trainer gewechselt. Sascha ist für das Konditions- und Koordinationstraining zuständig, Karsten taucht tiefer in die Technik ein. Nach ungefähr drei Vorhänden, erkennt er, was mir vorher noch kein Trainer sagen kann. Denn bei der offenen Vorhand befindet sich mein rechter Fuß vor meinem Linken und somit ist die Körperrotation nicht mehr gegeben und der Ball landet im Netz. Wenn ich mich konzentriere und drauf achte, gelingt mir fast jeder Ball. Aber es ist noch harte Arbeit das im Kopf umzustellen. Nach zwei Stunden intensiven Training sind wir fertig und gehen gemeinsam mit Karsten, seinen Bekannten und unseren Tenniscamp auf die Terrasse auf ein Getränk. Wir nehmen in der Lounge Platz und Karsten erzählt uns unterhaltsame Anekdoten aus seiner Profikarriere. 

 

Es ist wahnsinnig interessant was er alles erzählt und wir können ihm noch stundenlang zuhören. Er erzählt wie es 1998 dazu kam, dass die Williams Schwestern (damals 16 und 17 Jahre alt) ihn herausgefordert haben. Dass er einfach gerade zu dem Zeitpunkt in den Raum kam, als die beiden gesagt hatten, dass sie gegen einen Herren der Top 200 gewinnen. So cool und locker wie Karsten ist, hat der damals 31jährige diese Challenge natürlich direkt angenommen. Er stand damals auf der Weltrangliste 203 und so schnell wie sich das rumgesprochen hatte, war auch schon die komplette Presse am Zaun von Melbourne und hat sich das Spektakel angesehen und darüber berichtet. Er fegte Serena 6:1 vom Platz. Im Anschluss wartete Venus als Gegnerin, aber auch hier blieb sie mit 2:6 chancenlos gegen Karsten. Im Interview ruderten die Williams Schwestern wieder zurück und sagten, ok dann gewinnen wir eben gegen einen Mann der 350 der Welt. Da Karsten gerade dabei war, Weltranglistenpunkte zu verlieren, sagte er der Presse, wenn die beiden Damen noch eine Woche warten, dann bin ich die 350 und sie können eine Revanche haben, allerdings kam es nie dazu. 

 

Karstens Freundin Nico war auch dabei und auch sie erzählte spannende Geschichten. Wusstet ihr, dass man als Tennisprofi sich gar nicht aussuchen darf, was man für Tenniskleidung tragen darf. Ich dachte immer, da hat man Mitspracherecht, aber dem ist wohl nicht so. Wie schade oder? Da bin ich aber froh, dass Nike mir da nix vorschreiben kann :-)

 

Na dem wahnsinnig spannenden Nachmittag und dem leckeren Mittagessen sind wir noch mal auf den Hometrainer ins Fitnessstudio gegangen. Heute ist es leider immer noch windig und kühl, völlig untypisch für tunesische Verhältnisse. 

 

In den nächsten Tagen nutzen wir noch das Hallenbad, um zumindest einmal im Pool schwimmen zu können. Außerdem lernen wir Dirk kennen, der unseren Faszienkurs leitet. Seine erste Begegnung endet in einer humorvollen Verarsche. Seit dem laufen wir ihm ständig über den Weg. Einmal spielt er sogar eine Runde Backgammon mit uns. Dirk ist normalerweise für die Spinningkurse zuständig und eine absolute Frohnatur. 

 

Die nächsten Tage wird das Wetter endlich besser, sodass man wenigstens in kurzen Sachen am Pool liegen kann und die dicke Jacke am Haken lassen kann. Zwei von sieben Tagen sind so schön, dass wir die Sonne absolut genießen können. 

 

Ich bin ganz ehrlich, natürlich waren wir enttäuscht vom Wetter auf Djerba, aber wenn wir es positiv sehen, war es zum Tennisspielen in Ordnung und das war ja unser Ziel des Urlaubes. Das Tenniscamp mit Karsten Braasch war für uns das absolute Highlight, es hat uns mega vorangebracht und uns super auf die bevorstehende Saison vorbereitet.

Auch wenn ich Karsten manchmal zur Weißglut gebracht habe, am Ende konnte er sich absolut professionell in mich hineinversetzen und wusste genau, was er mir sagen musste, damit ich mich verbessere.

 

Eine Sache dazu muss ich euch noch erzählen. Es ging um den Rückhandangriffsball. Für die nicht Tenniskenner, einfach ein mittelkurzer Ball auf die linke Seite. Ich habe den Ball fast überholt beim Laufen und deswegen war der Treffpunkt nicht vor dem Körper, wie es eigentlich sein soll, sondern ganz weit oben. Er wollte was mit mir ausprobieren und hat mir gesagt, ich soll er dann loslaufen, wenn er mir ein Kommando dazu gibt. Er spielt den Ball an und der Ball ist in der Luft...., ich dachte mittlerweile schon er hat vergessen mir das Kommando zu geben, bis ich sein "JETZT" höre und losrenne. Der Ball dotzt auf, ich stehe und schlage ihn sauber cross auf die andere Seite, er lächelt, lässt den Ball und seinen Schläger fallen und sagt: "Gut, fertig für heute", was soviel heißt, das war perfekt, bitte immer so spät loslaufen. 

 

Abends im Restaurant war jetzt immer ein Tisch für uns mit Karsten und Sascha unseren Tennistrainern reserviert und somit hatten wir jeden Abend ein total ausgiebiges und unterhaltsames Abendessen. Wenn wir uns zum Frühstück oder Mittagessen gesehen haben, haben wir uns auch jedes Mal zusammengefunden und hatten eine wirklich großartige Zeit mit interessanten Gesprächen. 

 

Das Frühstück konnten wir am Ende sogar auf der Terrasse einnehmen. Mit leckerem frischgepressten O-Saft und allem was das Herz begehrt, habe ich wirklich noch nie so abwechslungsreich und köstlich gegessen wie in diesem Urlaub. Wir sind schon zu einer kleinen herzlichen Familie zusammengewachsen und wir haben uns auf jede Mahlzeit gefreut. 

 

Abends im Theater traten die Crew zur Unterhaltung auf. Das Musical Mama Mia hat mir mit Abstand am besten gefallen.

 

Mario wollte schon immer mal gegen einen Tennisprofi Tennisspielen und so fragte er Karsten, ob die beiden mal ein Match machen können. Karsten willigt ein und entgegnet ihm: "Mario heute Abend ist erst das Pokerturnier und morgen das Match, ab jetzt sind wir keine Freunde mehr". 

 

Und so kam es auch, den ganzen Abend zockten die Jungs am Pokertisch und tranken das ein oder andere Bier. Am nächsten Morgen allerdings waren beide nicht wirklich topfit, aber das Match bestritten sie trotzdem. Einen Satz spielten Mario und Karsten und Mario musste sich 0:6 geschlagen geben, denn Karsten hat es wirklich drauf, egal wie der Vorabend lief. Um ehrlich zu sein, viel Karsten das Tennisspielen nach solch einem Abend auch wesentlich einfacher als Mario.

 

Zwar hat das Wetter in diesem Urlaub nicht ganz mitgespielt, aber wir haben wahnsinnig tolle Erkenntnisse für unser Tennisspiel mitgenommen. In sechs Tagen haben wir insgesamt 15 Stunden Tennis gespielt, bis meine Füße blutig waren. Wir haben köstlich gespeist und durften die Gastfreundlichkeit der Tunesier genießen. 

 

Wir freuen uns in diesem Urlaub so viele tolle Freunde gefunden zu haben, denn es heißt nicht umsonst, Aldiana, Cluburlaub unter Freunden. 

 

Wir kommen bestimmt noch mal wieder, aber dann zu einer anderen Jahreszeit und hoffentlich mehr Sonne.



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