Mauritius-perfekt als Babymoon



Mauritius eine Insel westlich von Afrika, gelegen im indischen Ozean. Türkisblaues Wasser, sattgrüne Palmenwälder und atemberaubende Wasserfälle sind bekannt für die französischangehauchte Insel in der Nähe von Réunion und Madagaskar. Für viele gilt Mauritius als abwechslungsreiche Honeymoondestination im Gegensatz zu den Malediven. Ob sich Mauritius als auch Babymoon bewehrt, erfahrt ihr jetzt.


Ursprünglich wollten wir diesen November nach Mexico reisen. Die Region um Playa del Carmen hat uns total angesprochen. Als wir uns endlich für ein Hotel entschieden hatten und die Buchungsbestätigung kam, stolpern wir über den Vermerk: „Schwangere und Pärchen, die planen schwanger zu werden, wird dringend abgeraten, in ZIRKA-Virus Gebiete zu reisen.“ Also haben wir unsere Buchung wieder rausnehmen lassen und uns Destinationen angesehen, die ZIRKA-Virus frei sind. Dabei hat uns unsere Lieblingsreisefee Nadine vom Haus des Reisens wieder hervorragend beraten. Die Entscheidung fiel auf Mauritius. Vom Preissegment doch noch mal enorm teurer als Mexico, aber mit wahnsinnig vielversprechenden Hotels und wunderschönen Stränden.

 

Wir haben uns für das La Pirogue Hotel entschieden, das direkt am traumhaften Flic en Flac Strand liegt. Vor allem die kleinen Bungalows, die Gartenanlage und die Poollandschaft haben unser Herz höher schlagen lassen. Die Holidaycheck Bewertungen haben uns dann letztendlich zu dem teuersten Hotel unserer Auswahl überzeugt. 

Über Pinterest habe ich mich wie immer informiert, was wir alles auf Mauritius erleben können. Ein gesunder Mix aus Erholung und Abendteuer war jetzt genau das richtige für uns. 

 

Am 23.11.2018 erreichen wir mit dem ICE den Flughafen in Frankfurt und gönnen uns eine leckere Pizza und Spagetti Bolognese im Käfer‘s Restaurant. Satt und zufrieden begeben wir uns zu unserem Gate und suchen uns ein gemütliches Plätzchen bis unser Flug aufgerufen wird. Für lächerliche 450€ pro Person würden wir ein Upgrade in die Business Class bekommen. Pünktlich um 16:10 hebt unsere Condor Maschine vom Frankfurter Airport Richtung Afrika ab. Zehneinhalb Stunden können wir jetzt im Flugzeug entspannen.  Die Flugbegleiter von Condor sind wahnsinnig freundlich und sehr jung diesmal. 

 

Babymoon was genau gedeutet das eigentlich. Also genau genommen ist das der letzte gemeinsame Pärchenurlaub, bevor das Baby auf die Welt kommt. Wie schon angenommen, hat sich unser Traum erfüllt und Mario und ich bekommen nächsten Sommer ein Baby. Wir freuen uns riesig und auch mein Frauenarzt gibt uns das Go, so dass ich in der 11. Schwangerschaftswoche einen Langstreckenflug machen darf.

 

Knapp elf Stunden später stehen wir total erschöpft, weil wir fast gar nicht geschlafen haben, in der Einreiseschlange auf Mauritius und warten drauf, endlich aufgerufen zu werden. Nachdem wir unsere Koffer vom Gepäckband geholt haben, geht es zu der freundlichen Dame von Thomas Cook, die uns unsere Willkommensunterlagen gibt, sowie uns unseren Transferbus zeigt. Im Kleinbus sitzen schon zwei deutsche und ein österreichisches Pärchen, mit denen wir sofort ins Gespräch kommen. Ziemlich erschöpft vom Flug erzählt der Busfahrer Mario alles was er über Mauritius weiß, vor allem dass man hier sehr auf die Blitzer am Straßenrand aufpassen muss. Nach ungefähr 45 Minuten Fahrt, sind wir endlich in unserem Hotel angekommen. Wir nehmen in der Lobby Platz und werden von einer lustigen Dame in Empfang genommen. Da unsere Zimmer noch nicht fertig sind, dürfen wir erst mal Frühstücken gehen. 

 

Im Anschluss bekommen wir die Zimmerkarte für unser Zimmer 180 und werden mit dem hoteleigenem Buggy zu unserem Bungalow gebracht. Da es noch sehr früh morgens ist, packen wir erst mal in Ruhe unsere Sachen aus. Unser Zimmer ist super schön, allerdings sollte man nicht so genau in die Ecken schauen, denn teilweise sieht es etwas abgewohnt aus.

 

Wir schmeißen uns in unsere Badesachen und suchen uns ein Platz am wunderschönen Pool. Hier holen wir erst mal ein paar Stündchen Schlaf nach, denn diese breiten Poolliegen sind einfach super bequem. Gegen Mittag verspüre ich ein großes Hungergefühl und wir suchen uns direkt am Pool ein Platz zum Mittagessen im Coconut Café. Hier gibt es vor allem mauritianische Küche. Ich finde was leckeres auf der Speisekarte und haue rein, als gab es zwei Tage gar nichts zu essen. Mario probiert sich durch die afrikanischen Biere. Da wir kein all Inklusive gebucht haben, müssen wir dafür extra zahlen und die Preise haben es in sich. Unsere weibliche Bedienung ist wahnsinnig nett und macht einen richtig guten Job. Zufrieden und gesättigt geht es zurück auf unsere Liege, um ein wenig vor uns hin zu dösen.

 

Gegen Abend erkunden wir das Hotel etwas genauer und finden am Strand ein total kuscheliges Plätzchen mit den Füßen im Sand. Hier kann man bei chilliger Musik den Sonnenuntergang bei einem Cocktail genießen. Selbstverständlich ist mein Cocktail alkoholfrei, da ich ja in der 11. Woche schwanger bin. Neben uns sitzt ein deutsches Pärchen, was hier seine Hochzeitsreise erlebt. Die Wolken schieben sich vor die Sonne, sodass der spektakuläre Sonnenuntergang ausbleibt. Wir hätten gerne noch einen Drink genommen, aber die Kellner der Beachbar kommen einfach nicht hinterher. Wenn ich mich umsehe, sind hier 90% der Tische leerer Getränke und die Herren stehen zu fünft an der Bar und nichts bewegt sich. Als die meisten schön wieder aufgestanden sind, blitzt am Ende doch noch mal die Sonne hervor und wir erleben doch noch einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Als die Sonne am Horizont versinkt, kommt ein Pärchen ganz in weiß gekleidet mit Fackeln in der Hand an den Strand. Mit Musik hinterlegt, zünden sie die Fackeln und das Lagerfeuer an. Wow, das sieht wirklich toll aus und ich habe endlich mein heißersehntes Lagerfeuer am Strand. 

 

Frisch in Schale geworfen gehen wir zum Abendessen. Die Atmosphäre in diesen kleinen Hüttchen, wo man das Abendessen einnimmt, direkt am Pool ist traumhaft schön, allerdings scheint es hier kein klares Konzept zu geben, wie man die Gäste an den Tisch begleitet. Sehr chaotisch finden wir selbst einen Platz, was für uns überhaupt gar kein Problem ist, aber wir kommen uns irgendwie nicht so willkommen vor. Der uns zugewiesene Kellner spricht nur das Nötigste mit uns und ist sofort wieder verschwunden. An den Nachbartischen sieht das ganz anders aus. Haben wir irgendetwas falsch gemacht. Waren wir unhöflich? Wir holen uns erst mal was leckeres zu Essen am Buffet. Für mich ist es eine Herausforderung mich daran zu gewöhnen, dass ich nicht alles essen darf. Außerdem muss ich ja auch noch Lust auf die Sachen haben, da mir manchmal noch übel ist. Das ist erst mal etwas ungewohnt für mich. Zurück am Tisch warten ein Wein und das Wasser an unserem Platz auf uns. Als wir mit dem Essen fertig sind, kommt ohne Aufforderung sofort die Rechnung, denn hier muss man als Halbpension Gäste für die Getränke beim Abendessen bezahlen. So was kannten wir bis dahin noch nicht und fanden wir schade, denn es war nicht gerade günstig. Obwohl wir noch gerne was getrunken hätten, wollte uns wohl unser Kellner schnell loswerden und wir machten den Platz frei für die nächsten Gäste. Wir fanden einen schönen Platz an der Bar. Auch hier warteten wir unglaublich lange, bis auf Zuruf mal ein Kellner vorbeikam. Ich versteh das nicht, hier war wirklich nicht die Hölle los und wir sind ja zahlende Gäste, ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Sinne des Hotelmanagers ist. Da die Band an der Bar nicht unserem Geschmack entspricht, wechseln wir in die Bar am Strand. Hier ist alles frei und wir warten wieder ewig bis der Kellner den Weg zu uns findet. 

 

Am nächsten Morgen schlafen wir erst einmal ordentlich aus. Dann geht es erneut an den traumhaften Pool unseres Hotels.

Mittags machen wir einen ausgiebigen Spaziergang am Strand und ich merke dabei wie gut es mir und unserem Baby tut. Meine Erkältung, Grippe oder was auch immer mich die letzten 3,5 Wochen gequält hat, wird zusehends besser durch die gesunde Meeresluft. Später am Strand lassen wir uns den Sonnenuntergang an der Beachbar natürlich nicht entgehen. Ich komme hier auf den Geschmack von alkoholfreiem Mojito, um zumindest etwas Cocktailfeeling zu spüren. Nach dem Abendessen, was diesmal in Form eines Stranddinners direkt im Sand aufgebaut ist, treffen wir das Flitterpärchen von gestern. Beatrix und Nicolaj verbringen hier zwei Wochen und haben dafür richtig viel Kohle bezahlt. Leider wurde Ihnen das Honeymoonpaket verwehrt. Auch den beiden ist extrem aufgefallen wie schlecht der Service hier im Hotel ist. Und auch heute warten wir wieder ewig, bis uns mal jemand mit Getränken versorgt. Betrinken kann man sich auf Grund dessen hier wohl eher nicht, da man ständig auf dem Trockenen sitzt. Wir haben einen richtig netten Abend zusammen und freuen uns schon auf morgen.



Heute um 10:00 wartet unser Mietauto auf uns. Von zu Hause gebucht, haben wir total Glück ,denn der Autovermieter kommt direkt zu uns ins Hotel. Ein Upgrade in eine größere Wagenklasse erfreut uns zuerst sehr. Das letzte Update gab es auf Hawaii und wir bekamen unser Traumauto den roten Mustang.  Am Parkplatz angekommen wartete ein Suzuki auf uns. Wir machen noch einen letzten Check ums Auto und dann geht es im Linksverkehr los auf die Straßen von Mauritius. 

 

Den Süden haben wir uns für heute vorgenommen, doch vorher machen wir noch einen Stop beim SPARmarkt, um Getränke und Bargeld abzuheben. Dann geht es los. Unser erster Halt ist der Aussichtpunkt Maconde in der Nähe von Baie du Cap. Hier stellt man einfach sein Auto an den Rand und läuft ein paar Treppenstufen hinauf. Ganz schön, aber nix Besonderes. Außerdem ist es hier oben so windig, dass wir fast wegfliegen. Foto gemacht und weiter geht’s. 

Bei Le Morne soll es ja die schönsten Strände geben, hier kommen wir am berühmten LUX Hotel vorbei, über eine sehr holprige Straße. Am Strand findet gerade eine Kitemeisterschaft statt, sodass ich die Gunst der Stunde nutze hier auf Toilette zu gehen. Danach geht es direkt weiter, denn der Strand war jetzt net so der Knaller wie erhofft. Richtung Süden kommen wir an einem Schild vorbei Rochester Waterfall. Spontan möchten wir hier einen Stopp einlegen. Allerdings ist hier die Beschilderung nicht so einleuchtend, so dass wir teilweise auf Privatgrundstück fahren und keine Ahnung haben, wo wir hier überhaupt sind. Achso bezüglich des Navis, hatte Mario sich zu Hause schon die Offline Karte von Mauritius runtergeladen, somit brauchten wir uns kein Navi mieten, sondern das Handy navigierte uns über die Insel. Von zu Hause hatte ich dann noch eine Magnethalterung aus meinem Auto eingepackt. Nach zig Umwegen kamen wir endlich Richtung Wasserfall an. Da es die letzte Stunde, als wir im Auto saßen, ordentlich geregnet hatte, war es hier richtig matchig. Ein alter Mann auf dem Fahrrad fing uns ab und zeigte uns den Weg zum Wasserfall. Er hörte gar nicht auf zu winken, was wir schon sehr komisch fanden. Das Auto parkten wir am Rand mitten im Schlamm und hofften, dass wir hier je wieder rauskamen. Ein anderer Mann nahm mich direkt an der Hand und meinte er könne uns den Wasserfall zeigen. Wir sind ihm hinterhergelaufen. Es war mega rutschig aber ich konnte gar nicht anders als ihm hinterherlaufen. Unten angekommen waren wir wirklich an einem schönen Wasserfall. Der Mann nahm unsere Kamera und machte ein richtiges Shooting mit uns, was mir irgendwann unangenehm wurde. Dann durften wir noch eine Kokosnuss trinken und Ananas essen, worauf ich aber verzichtet hatte. 

Wir mussten bisl auf unsere Sachen aufpassen, denn die einheimischen Kinder schlawienerten auffällig um unseren Rucksack herum. Unser Guide wollte uns dann noch zu einem zweiten Wasserfall führen. Er sei nur fünf Minuten entfernt. Ok warum eigentlich nicht, schauen wir uns den auch noch an. Fünf Minuten ist gut, ewig sind wir durch hohe Bananenplantagen gelaufen und ständig hat er Fotos von uns gemacht. Ich habe uns schon irgendwo im Dschungel verschleppt gesehen, denn hier hätte uns niemand mehr gefunden. Dann musste ich mich hinsetzen und er hat mir Bambuswasser in den Mund laufen lassen. Ob ich wollte oder nicht. Mario durfte es auch probieren. Endlich kommen wir am zweiten Wasserfall an und schon juckte es überall wie die Hölle. Hier unten war alles voller Moskitos, na toll dachten wir. Wieder startete ein ellenlanges Fotoshooting, ich hatte langsam keine Lust mehr, wir waren pitschnassgeschwitzt, die Luftfeuchtigkeit war mega hoch, durch die Niederschläge und ich wollte hier einfach nur noch weg. Den ganzen Weg mussten wir jetzt wieder zurück. Kurz vor unserem Auto meinte unser Guide dann, wir sollen ihn bezahlen, was wir denken, was es wert war. Wir wollten ihm umgerechnet 40€ geben, aber es war ihm zu wenig. Oh mann das war ja klar, diese Leute wollen nur eins: Kohle Kohle Kohle. Also hat er von uns 50€ bekommen und dann sind wir zurück zum Auto. Am Auto wollte der Mann auf dem Fahrrad auch noch mal Geld, aber wir sind dann eingestiegen und nix wie weg. Es war schön aber sehr anstrengend. 

 

Jetzt ging es weiter zum La Vanille Park. Den hatten wir zwar eigentlich nicht auf dem Plan, aber er lag auf dem Weg. Hier soll es Riesenschildkröten geben. Durch die Gassen von Mauritius ist es manchmal ganz schön eng und gruselig. Als wir uns verfahren hatten landeten wir auf einmal in einer Sackgasse, die mit einem Auto zugestellt war. In meinen Augen sind wir gerade mitten in einer Drogenübergabe gelandet, sodass Mario sofort den Rückwärtsgang eingelegt hat und ich nur gerufen hab FAHR FAHR. Ich hab nämlich schon gesehen, wie die drei gruseligen Männer das Messer zucken. Ok das haben wir überlebt. Jetzt zu den Schildkröten. Für knapp 15€ pro Person kann man hier sein Auto auf dem Parkplatz abstellen und kommt vorbei an Gehegen mit Krokodilen, Vögeln und Affen. Die sind zwar ganz nett, aber unser absolutes Highlight des kompletten Urlaubs war das unglaubliche Gehege mit den Riesenschildkröten. Ich kann euch gar nicht sagen, wie viele Schildis hier rumgelaufen sind, aber es war einfach nur atemberaubend schön. Für ein paar Cent konnte man hier so grüne Zweige kaufen, mit denen man sie füttern konnte. Wir trauten uns immer näher an die Schildis heran und eine hob sogar ihren Kopf und machte den Hals so lange, dass man meinen konnte, die genießt die Streicheleinheit in vollen Zügen. Diese Tiere haben uns total geflasht. Sie sehen aus wie kleine Dinosaurier und sind einfach unglaublich alt, viel älter als wir sind und in diesem Gehege scheint es ihnen auch echt gut zu gehen. Im Anschluss waren wir noch Burger essen und dann haben wir es zeitlich leider nicht mehr geschafft zur Siebenfarbigen Erde zu fahren, denn die macht um 17:00 zu. Also müssen wir morgen noch mal erst in den Süden fahren.

 

Zurück am Hotel sind wir schlagskaputt und während des Abendessen gibt es wieder einen riesen Schutt von oben. Zum Glück sitzen wir diesmal in einem der schönen Pavillons unter dem Dach. Im Anschluss gönnen wir uns noch ein Getränk an der Hotelbar. Da wir wieder ewig auf unsere Getränke warten, gehen wir nach der Show, die aus afrikanischem Tanz besteht in unseren Bungalow, denn morgen wollen wir erst zur Siebenfarbigen Erde in den Süden und dann den Norden Mauritius entdecken.




Nach dem Frühstück geht es los. Das Wetter lässt heute sehr zu wünschen übrig. Während der Autofahrt schüttet es aus Eimern. Nachdem wir das Kassenhäuschen zur Siebenfarbigen Erde erreicht haben (Eintritt umgerechnet insgesamt 14€), bewundern wir die wunderschöne Zufahrt. Links und rechts von uns sattgrüne Palmen und Erde, die fast so rot ist, wie die im Bryce Canyon. Zuerst hält man am Charamel Wasserfall, dort kann man ein Foto vom Naturspektakel machen, dann führt der Weg weiter zur Seven Coloured Earth. Hier kann man einmal drum rumlaufen und es sieht schon ganz schön aus. Im Nebengehege kann man wieder Schildkröten bewundern. Wir müssen uns beeilen, denn erstens kommt gerade der erste AIDA Bus angefahren und zweitens fängt es an wieder zu regnen. Wir haben den Wasserfall am Ende gemacht, aber einfach nur, weil da bei uns die Hölle los war und wir vor den anderen Touris ankommen wollten. Am Wasserfall sind wir dann von einem Wolkenbruch überrascht worden und so richtig nass geworden. Aber es war super witzig, wir sahen aus wie zwei begossene Pudel. Die Heizung im Auto hat uns wieder einigermaßen trockengepustet. 

 

Jetzt geht es in Richtung Norden. Eigentlich wollten wir uns dort wieder ein paar Strände ansehen, aber weil es ständig Regengüsse gab, sind wir direkt nach Port Louis gefahren. Auf dem Weg dorthin, war der Regen so stark, dass wir auf der Autobahn nichts mehr sehen konnten und ich heil froh war, als wir an der Waterfront Mall endlich das Auto parken konnten. Kaum waren wir aus dem Parkhaus draußen, hat es wieder aufgehört zu regnen, gutes Timing. 

 

Wir laufen direkt am Hafen entlang und sahen auch kurz darauf die AIDAblu im Wasser. Dann entdeckten wir das Highlight von Port Luis, die Einkaufspassage mit den knallbunten Regenschirmen. Ich fand es voll schön. Haben uns ein Café gesucht und waren erst mal Pizzaessen. Dann ging es auch schon wieder zurück Richtung Hotel. Auf dem Parkplatz mussten wir 15 Minuten im Auto warten, weil es so geschüttet hatte. Wir sind aber dann doch irgendwann in den Regen raus und sind geflitzt. 

 

Abends beim Essen hat es dann aufgehört zu regnen, doch wir wurden zu einem Tisch gebracht, wo die Sitzfläche noch feucht war. Als ich den Kellner nach einem Sitzkissen frage, holt dieser mir dann eine Servierte. Der Wille war da, aber mein Arsch immer noch nass, also habe ich mir von einem freien Stuhl ein Kissen geholt. 

 

Der nächste Morgen und die Sonne scheint, Gott sei Dank. Die Wettervorhersage hat was ganz anderes prophezeit. Es sind 28 Grad und wir suchen uns zwei Liegen und einen Sonnenschirm direkt am Strand. Hier chillen wir eine ganze Weile bis zum Mittagessen. Es gibt Burger mit Pommes, die ich momentan verschlinge. Im Anschluss nehmen wir uns ein Tretboot und fahren damit den kompletten Strandabschnitt ab. Herrlich angenehm mit einem tollen Blick auf den Berg le Monde. Abends genießen wir wieder den Sonnenuntergang an der Beach Bar und dann geht es zum Essen und zur Show. 

 

Am nächsten Tag schlafen wir aus und suchen uns einen Platz auf der Wiese am Strand und im Schatten, denn für den Pool, sind wir zu spät. Am Nachmittag verteidigt Mario sein Tischtennistitel von Ägypten und ich mein Minigoldtriumph aus Hawaii. Die abendliche Show ist nicht besonders abwechslungsreich. Meistens spielt eine Band zum Abendessen, dann kommt die Show in der afrikanisch getanzt wird und dann spielt eine andere Band. Wobei nur eine Band in den 10 Tagen richtig gut war, der Rest war echt nicht unser Fall. Heute sitzen wir relativ nah an der Bar und stellen fest, dass man hier tatsächlich bedient wird. Super schnell bekommen wir hier unsere Getränke und kommen dann noch in ein Gespräch mit einem englischen Pärchen. Aber das ist nicht irgendein Pärchen. Sie heißt Jenny, ist ungefähr 170 groß und mega schlank. Von hinten sieht sie aus wie ein junges Mädel mit blonden Haaren, er ist kleiner und sieht eher aus wie ein Amerikaner, gemütlich und symphatisch. Sie ist wahnsinnig witzig und unterhaltsam. Die beiden fahren seit 20 Jahren ins La Pirogue aber sie sagt direkt, „nein wir sind nicht reich, wir sparen dafür das ganze Jahr“. Sie machen immer 2 Wochen all inklusive Urlaub. Da kannste mal locker mit 10.000€ rechnen. Wir fragen sie, ob sie denn weiterhin zufrieden sind. Dann fängt sie an zu erzählen, dass sich hier dieses Jahr alles geändert hat. Der Service ist die reinste Katastrophe, nichts ist mehr wie es war. Sie sind mega enttäuscht. Demnach hat uns unser Eindruck wohl nicht getäuscht. Im Internet waren alle hellaufbegeistert von dem Hotel und schön ist es ja auch, aber hier hat wohl das Management gewechselt und es ist nicht mehr wie vorher. Schade eigentlich, denn es wäre so einfach das zu ändern. Wir haben richtig lustige Abende mit unseren neuen englischen Freunden und sind absolut aus dem Häuschen, als uns Neigel verrät, dass Jenny, seine Frau schon ACHTZIG Jahre alt ist. 



Heute steht eine Überraschung für mich an. Zum Geburtstag hat mir Mario einen traumhaften Ausflug auf die Isle des deux Cocos geschenkt und wir freuen uns riesig. Wir werden am Hotel abgeholt und fahren eine Stunde zum Startpunkt. Dort warten wir fast genauso lange bis es losgeht. Mit einem Schiffchen werden wir zehn Minuten auf die Trauminsel gefahren. Andere Kreuzfahrturlauber begleiten uns. Wir freuen uns auf einen luxeriösen Verwöhntag mit eigenem Butler und all inklusive Cocktails und Essen. Dort angekommen suchen wir uns ein schattiges Plätzchen und bekommen eine kleine Einweisung. Wir machen einen Spaziergang um die Insel und sind nach kurzer Zeit wieder zurück. Unser Eindruck ist ziemlich enttäuschend. Unter Trauminsel hatten wir uns irgendwie mehr versprochen. Vor allem waren wir ungefähr 50 Leute hier, ich will gar nicht wissen, wie es hier zugeht, wenn ein großes Kreuzfahrtschiff hier her kommt. Dann werden wir aufgefordert, uns zu entscheiden ob wir schnorcheln wollen oder zum Glasbodenboot möchten. Wir entscheiden uns für das Glasbodenboot. Die Tour geht ewig und besonders viel konnte man hier nicht wirklich sehen. Das Mittagessen war noch das Beste von allem, aber leider war dieser Ausflug von Get your Guide eine große Enttäuschung, sodass wir noch nicht mal Fotos gemacht haben. 

 

Am nächsten Tag lassen wir uns ein Taxi zum Casela Nature Park, der gerade mal 10 Minuten von uns entfernt ist, rufen. Der Taxifahrer gibt uns seine Karte, damit wir ihn für den Rückweg anrufen können. Heute ist es super heiß und die Warteschlange am Eingang ist relativ lange. Wir versprechen uns viel von diesem Tierpark, da er im Internet mega gehypt wird. Als wir drin sind, kommen wir vorbei an einem tollen Spielplatz für Kinder, wo auch gerade ein Kindergeburtstag stattfindet und an vielen Gehegen mit tollen Vögeln. Weiter unten soll sich auch ein Nilpferd befinden, was sich allerdings vor uns versteckt hat. Hier kann man sich sogar mit einem Luftkissen durch die Luft katapultieren lassen oder Achterbahn fahren. Die Tierauswahl ist wirklich gigantisch, aber eine Sache hat uns wirklich schockiert. Das Schildkrötengehege. Dadurch, dass das hier DER Tierpark Mauritius ist, sind hier wahnsinnig viele Besucher und auch Kinder, also es ist sehr laut. Die Schildkröten scheinen diesem Durchlauf an Menschen nicht so gut zu verkraften. Im Vergleich zum La Vanille Park, da sagen sie total fit aus, waren quietschfidel und sind unseren Anschein nach glücklich und zufrieden gewesen. Diese Schildkröten machen auf uns einen ganz anderen Eindruck, den wir beängstigend finden. 

 

Als nächstes kommen wir vorbei am großen Löwen und Tigergehege. Hier kann man mit einer Chita sogar ein Foto machen lassen. Davon hatten uns unser Hochzeitspärchen begeisternd erzählt. Wir waren uns noch nicht sicher, ob wir das wollten. Auf der einen Seite hat es uns schon gereizt, aber mein Mamainstinkt hat irgendwie gesagt, „nein Tine du trägst ein Baby in dir, so was machen wir nicht mehr.“ Allerdings hatte sich das auch schnell erledigt, da zur Mittagszeit, als wir die Gehege erreicht hatten, kein einziger Werter am Gehege war. Außerdem lagen die Löwen, Tiger und Chitas nur faul auf ihrer Haut, was wir beide jetzt eher langweilig fanden. 

 

Wir nehmen den Safari Bus bis zur nächsten Station und kommen am Giraffen Gehege raus. Erst mal warten hier wunderschöne Pfauen auf uns, die sogar ihr unbeschreibliches Federkleid ausgebreitet haben. Leider wirken die Pfauen auch hier schon ziemlich verstört, denn als wir versuchen ein Foto zu machen kommen ständig Familien mit ihren Kindern an und jagen sie wild durch die Gegend. Erst als wir einen ruhigen Zeitpunkt erwischen, haben wir die Chance ganz vorsichtig ein paar wunderschöne Fotos zu schießen. Da wir noch ungefähr eine Stunde warten müssen, bis wieder Futterzeit im Giraffengehege ist, gönnen wir uns erst mal einen total ungesunden Hotdog mit Pommes. Dann ist es soweit, wir dürfen zu den Giraffen. Eine ganze Tüte darf sich jeder für wenige Euros nehmen. Mario und ich haben das große Glück, dass wir erst alleine ins Gehege dürfen und da kommen auch schon die ersten Giraffen hungrig angelaufen. Als eine Giraffe zum ersten Mal ihre Zunge zeigt bin ich erst mal überrascht wie rau und vor allem wie schwarz dieser lange Lappen ist. Aber es ist wahnsinnig aufregend sie so zu füttern. 

 

Nachdem beide Tüten leer sind, machen wir uns auf den Weg zur nächsten Station. Zusammen mit vielen anderen wollen wir auf Safari gehen und dachten, dass der Bus, der uns hierher gebracht hat, uns nun zur Safari führt. Allerdings fährt dieser schnurstracks wieder zum Haupteingang zurück. Der ganze Bus kuckt sich fragend an und so entscheidet sich der Busfahrer eine Extrarunde zu drehen und uns wieder zurück zu fahren. Er erklärt uns, dass wir schon richtig waren und bei den Giraffen hinten weiter raus laufen müssen, um in da einen neuen Bus, den wirklichen Safari Bus, einzusteigen. 

 

Endlich im richtigen Bus geht es los, in einen abgesperrten Bereich mit wilden Tieren. Vorbei an Antilopen, Nashörnern, Sträußen und wunderschönen Zebras geht es über Stock und Stein und wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Am meisten beeindruckt waren wir von den Zebras, diese Zeichnung auf dem Fell ist so filigran, das sieht einfach total edel aus. Am meisten Angst hatte ich vor den Sträußen. Denn einer kam ganz nah auf mich zu und schnappte nach mir, das fand ich jetzt nicht so angenehm. Im Anschluss ging es dann mit dem anderen Bus und völlig erschöpft zurück zum Haupteingang, wo die Damen uns am Schalter unseren Taxifahrer anrufen. Fünfzehn Minuten später kommt er vorgefahren und fährt uns sicher zurück ins Hotel. 

 

Die restlichen Tage auf Mauritius verbringen wir entweder am Pool oder am Strand und lesen auf unserer Liege gemütlich unsere Bücher. Mittags gibt es immer was leckeres an der Poolbar zu Essen und Abends sind wir in den kleinen süßen Hüttchen am Pool und genießen das leckere Abendessen. Zum Plaudern treffen wir immer jemanden und es ist sehr unterhaltsam. 

 

Gut erholt treten wir die Rückreise nach Frankfurt an, auch wenn uns bis zum Abflugtag niemand sagen konnte, wann wir denn abgeholt werden und die Rezeption völlig überfordert mit dieser Frage war. Auch wurden meine alkoholfreien Mojitos als normale Mojitos abgerechnet und wir mussten es beanstanden. Trotz des echt mangelden Services im Hotel, war es ein sehr erholsamer und schöner Urlaub. Vor allem als Babymoon für uns perfekt, da wir einen guten Mix aus Abenteuer und Erholung hatten. Wenn wir allerdings gefragt werden von Pärchen, die ihre Flitterwochen planen, wo es denn schöner war, fällt die Antwort ganz klar auf die Malediven. Viele sagen immer da kann man ja nix machen und es wird langweilig. Dann sagen wir immer, das ist totaler Quatsch. Das Meer und die Natur ist so atemberaubend, dass du dich daran überhaupt nicht satt sehen kannst. Es flasht dich einfach nur enorm und du kannst jederzeit schnorcheln, tauchen, Jetski fahren, Stand Up Paddeling machen, Tennis spielen um die Insel spazieren. Es ist einfach traumhaft schön und können es nur jedem empfehlen, der sich diese Frage stellt. Wir wollen auf jeden Fall noch mal hin und dann mit unserem Baby, was ich jetzt schon jeden Tag in meinem Bauch spüre. 



Du möchtest diesen Artikel für später speichern?

Dann pinn ihn dir auf dein Pinterest-Bord!


Lies weiter:

Honeymoon Malediven

Heiraten auf Hawaii

Was ihr in Khan Lak auf keinen Fall tun solltet!

Australien das Great Barrier Reef



Kommentar schreiben

Kommentare: 0