"JA!" auf Island (já ég mun)



Island steht auch unter den Top 10 meiner Reiseziele, allerdings erlauben mir die 30 Tage Urlaub im Jahr noch nicht dieses wunderschöne Land zu bereisen. Übrigens ja, ich habe nur 30 Tage Urlaub, weil ich so oft gefragt werde, wann ich eigentlich mal zu Hause bin.

Zurück zu Island, wenn ich es schon nicht schaffe in diese wunderschöne Natur zu reisen, dann machen das eben Polina und Felix. Die beiden stehen mir sehr nah und sind für uns nach Island gereist, um uns diese Schönheit näher zu bringen. Was sie alles gesehen haben und welche Tipps Felix für euch hat, erfahrt ihr in seinem Reisebericht über Island.


OMG... ist das geil. Die meist benutzten Worte meiner Freundin Polina während unserer 9-tägigen Island- Rundreise. Bereits bei der Ü̈berschrift ist es schwer die passenden Worte zu Island zu finden. „Insel der Superlative“, „Land der unaussprechlichen Worte“ oder einfach nur „WOW“. Die Isländer wissen schon weshalb eine ihrer Fluggesellschaften so benannt wurde. Island bietet Wunder der Natur, die man nirgendwo anders in der Welt in so einer Vielfalt – und dazu noch in kürzester Zeit – erleben kann. Im nachfolgenden Bericht will ich kurz die Highlights unserer Reise und zudem ein paar interessante und hilfreiche Tipps zu einem Island-Trip geben. Für Interessierte gibt es den Reiseverlauf mit Hinweisen zu unseren besuchten Restaurants. Island hat kulinarisch Einiges zu bieten. 


Abenteuerliche Fahrt in den Osten bis hin zum See „Myvatn“ in Nordisland

 

Ich habe mich dazu entschieden meinen Bericht über unsere längste Etappe während unseres Island- Trips zu schreiben. Insgesamt liegen 467 Kilometer (reine Fahrzeit circa sechs Stunden) vor uns. Die lange Etappe ist der Tatsache geschuldet, dass wir einmal um die Insel fahren und zudem zwei Tage im Norden im selben Hotel übernachten wollen. Das Gebiet im Bereich des „Myvatn“ hat so viel zu bieten, dass ein Tag dafür nicht ausreicht. Außerdem wollen wir unsere Koffer auch mal zwei Tage stehen lassen und nicht wieder direkt nach dem Frühstück einpacken. Startpunkt ist an diesem Tag das Fosshotel Glacier Lagoon. Unser Ziel ist das Hotel Laxa am Myvatn in Nordisland. 

 

Fosshotel Glacier Lagoon

 

Der Tag beginnt mit einem leckeren Frühstück im Fosshotel Glacier Lagoon. (Gutes Essen ist den beiden verdammt wichtig.) Das Hotel hat uns sehr gut gefallen. Zuerst zur Lage: Es liegt perfekt als Ausgangspunkt für die Glacier Lagoon (29 km / 21 min) und zum Skaftafall National Park (27 km / 22 min). Das Hotel ist modern und minimalistisch eingerichtet. Es hat einen kleinen“ hauseignen, natürlichen Wasserfall“ und einen großen Parkplatz direkt am Hotel. Vom Restaurant – in dem auch das Frühstück serviert wird – kann man bei klarer Sicht das Meer beobachten. Für die Übernachtung im Doppelzimmer mit Frühstück haben wir 235€ bezahlt. Fazit zum Hotel: Absolute Weiterempfehlung! Von der Qualität des Essens, der Sauberkeit und dem Design der Zimmer, bis hin zum Service der Mitarbeiter. Hier stimmt einfach alles. 

 

Glacier Lagoon

Nach dem Frühstück geht es mit gepacktem Auto in Richtung Glacier Lagoon. Man hat ja schon Bilder im Internet gesehen und eine gewisse Erwartungshaltung aufgebaut. Aber was wir dann gesehen haben, kann man nur schwer beschreiben und hat uns einfach nur zum Staunen gebracht. Kurz vor dem eigentlichen Parkplatz der Glacier Lagoon gibt es zwei kleine, unscheinbare Parkbuchten. Dort kann man sein Auto abstellen und über die schwarzen Sanddünen (linksseitig der Straße) zum Gletschersee laufen. Vorteil hierbei ist, dass man ganz für sich alleine ist und die Stille und den Ausblick auf sich wirken lassen kann. Die verschiedenen Farben der Eisschollen die vorbei schwimmen und das kristallklare Wasser sind absolut unwirklich. In diesem Bereich schwimmen jedoch nur vereinzelt Eisbrocken durch den Gletschersee. Der kurze Stop lohnt sich trotzdem total und macht Lust auf mehr. Nach 2 Kilometern erreicht man dann die eigentliche Gletscherlagune. Dort ist natürlich etwas mehr los. Der Anblick entschädigt jedoch für alles. Schwimmende Robben und Unmengen an Vögeln machen den Anblick noch unvergesslicher. In der Lagune schwimmen blaue, weiße, graue, teils schwarze sowie kristallklare Eisschollen in verschiedenen Geschwindigkeiten an uns vorbei. Bei den größeren – ja man kann schon fast Eisberge sagen – hört man wie das Eis arbeitet und in den See kracht. 



Must do!

 

Die Gletscherlagune ist durch einen Zufluss/Abfluss mit dem Meer verbunden. Je nach Strömung werden Eisbrocken aus der Gletscherlagune durch diese Verbindung ins Meer hinausgezogen und im Anschluss aufgrund der Brandung wieder an den schwarzen Sandstrand angespült. Man nennt den Abschnitt auch „Diamond Beach“. Der Strand ist zehn Minuten zu Fuß von der Gletscherlagune entfernt. Einfach dem Zufluss/Abfluss folgen, die Straße überqueren und schon landet man am Strand. Dazu kann ich gar nicht viel sagen, für uns ein absolutes Highlight! Unfassbar was die Natur so formen kann. Zu diesem Zeitpunkt war es leicht nebelig. Die klaren Eisstücke wirkten daher noch besser auf dem schwarzen Sandstrand. Einfach nur geil und ein mega gutes Fotomotiv. 

 

Der ÖXI-Pass

 

Unerwartet kamen wir zu einer Art Kreuzung. Entweder der Straße 1 folgen oder die 939 – den sogenannten ÖXI-Pass – nehmen. Die Straßennummern sind entweder gestrichelt (Schotterpiste) oder mit einer durchgezogenen Linie (asphaltiert) umrundet. Unser Navi sagte 939. Also gar nicht lange überlegt. Inzwischen war strahlender Sonnenschein und wir hatten ungefähr 12 Grad. Die Straße war geschottert. Zu Beginn dachte ich mir, dass das überhaupt kein Problem darstellt. Der Weg wurde jedoch immer steiler und schlüpfriger. Gegenverkehr. Fehlanzeige. Stehen bleiben. Keine Option. Also fuhren wir immer weiter. Je höher es ging, desto nebliger wurde es. Irgendwann war auch der Handyempfang weg. Klingt wie in einem schlechten Horrorfilm. Hat sich auch so angefühlt. Im Nebel kam uns dann eine Art Schneemobil mit einer riesigen Schaufel entgegen. Dieses ebnete die Straße, um sie befahrbar zu machen. Neben der Fahrbahn konnte man vereinzelte schneebedeckte Bereiche erkennen. Mittlerweile war die Temperatur auch auf 5 Grad gesunken. Ich war um jede 100 Meter froh, die wir der Straße 1 näher kamen. Die gesamte Strecke ist ungefähr 20 Kilometer lang. Irgendwann lößte sich der Nebel auf und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Der Ausblick auf die zurückliegenden Berge und die Gletscherflüsse hat die verrückte Fahrt absolut entschädigt. 

In Egilsstadir angekommen mussten wir schmunzeln. Isländer in kurzen Hosen und T-Shirts. Mittlerweile hatten wir die 18 Grad erreicht, sodass wir uns ein Eis an der Tankstelle gönnten. 

 

Wer würde da schon "nein" sagen?

 

Irgendwo zwischen Egilsstadir und dem Myvatn (Entfernung 165 km) kamen wir zu einem Aussichtspunkt, der mein und Polina's Leben nachhaltig verändert hat. Meine Freundin stieg mit den Worten „Oh mein Gott ist das schön hier“ aus dem Auto aus. Nachdem wir ein paar Bilder gemacht hatten sagte ich, dass ich die Gopro aus dem Auto hole. Mein Puls stieg, und stieg und stieg. Denn neben der Gopro holte ich DEN RING aus dem Auto, um meiner Freundin die alles entscheidende Frage der Fragen zu stellen. Da es um einen Island Bericht geht halte ich mich kurz. JA. Sie hat ja gesagt oder wie man hier in Island sagen würde:  já ég mun! Ein unvergesslicher Moment mit unvergesslichem Ausblick bei strahlendem Sonnenschein. Wer würde da nein sagen? Erleichtert, verlobt und unfassbar glücklich fahren wir weiter zum Myvatn. 

 

Kurz vor dem Myvatn gibt es ein Areal, das einer Mondlandschaft gleicht. Dort befinden sich brodelnde Schlammlöcher, die einen ungewöhnlichen, blubbernden Ton erzeugen, den man nicht so schnell vergisst. Zudem entweichen aus dem Boden Dampfsäulen, die je nach einfallendem Wind in verschiedene Himmelsrichtungen steigen. Total surreal. Der Gestank nach faulen Eiern steigt einem schon aus einiger Entfernung in die Nase. Das Gebiet heißt Hverir. Es liegt auf direktem Weg zum Myvatn und jeder sollte sich die Zeit nehmen dort anzuhalten. 

 

Myvatn

 

Wir hatten es fast geschafft. Nach so vielen Eindrücken an diesem Tag kamen wir in unserem Hotel für die nächsten zwei Nächte an. Dem Hotel Laxa. Wir bekamen ein Zimmer mit Seeblick. Unbezahlbar schön. Da wir keine Lust mehr hatten, zu einem Restaurant zu fahren, entschieden wir uns im Hotel zu Abend zu essen. Die Auswahl in der Nähe wäre auch sehr überschaubar gewesen. Das Essen, der Wein und das Bier haben den „unvergesslichen“ Tag abgerundet. (Hab ich schon erwähnt, dass den beiden gutes Essen wahnsinnig wichtig ist?)

Goodbye. From Iceland with Love. 


Vielen Dank Felix für den super schönen Reisebericht und dass du uns dran teilhaben lassen hast, wie du Polina gefragt hast, ob sie dich heiraten will. Wir wünschen euch von ganzem Herzen eine traumhafte Hochzeit und alles alles Liebe für euch. Hier hat Felix jetzt noch ein paar wichtige Tipps für euch, die ihr über Island wissen solltet:


Nice to know


Autoauswahl

 

Die Ringstraße (1) führt einmal um die Insel und ist fast komplett asphaltiert. Lediglich im Osten (nach Egilstadir in Richtung Norden) ist die Ringstraße für einen kurzen Teil geschottert. Daher hat für unsere Reisezeit (April/Mai) ein normaler PKW (Kia Ceed) vollkommen ausgereicht. Für das Hochland benötigt man auf jeden Fall ein 4x4 Fahrzeug.

Um 40 Kilometer zu sparen, kann man im Osten die Straße 939, den sogenannten
ÖXI-Pass, fahren. Dieser ist auf einer Länge von 20 Kilometern geschottert und hat mehrere Steigungen (bis zu 16 Prozent). Ich würde beim nächsten Mal den Umweg, also die Ringstraße nehmen.

 

Reisekasse

 

Nimm mehr Geld mit, als du vorher geplant hast. Island ist nicht günstig, ich würde sogar sagen arschteuer. Die Unterkünfte sind, je weiter es in Richtung Norden geht, rar. Wir haben im Durchschnitt 200€ pro Übernachtung (DZ mit Frühstück) bezahlt und das in der Nebensaison. Für ein Abendessen (Fisch/Fleisch) und jeweils ein Getränk (Bier/Wein) und einen Nachtisch (gemeinsam) bezahlt man um die 70 bis 90€. Die Qualität des Essens (Frühstück und Abendessen) war jedoch durchgehend extrem gut. (Ja gutes Essen ist den beiden sehr wichtig).

 

Fotoapparat

 

Immer bereithalten. Es gibt einfach so viel zu sehen. Zu jeder Zeit und überall.

 

Regenfeste Kleidung

 

Nicht vergessen. Selbst bei strahlendem Sonnenschein wirst du nass, wenn du dir die Wasserfälle aus nächster Nähe anschauen willst. Die regenfeste Überziehose hat sich auf jeden Fall gelohnt.

 

Wetter

 

Die Wechsel sind echt faszinierend. An dem einen Ort hat man Nebel und eine Sichtweite von höchstens 50 Metern. Nach 10 Kilometer Fahrt plötzlich Sonne pur, blauen Himmel und 14 Grad. Die Wetterwechsel kommen schnell und unvorhersehbar. Es lohnt sich kaum die Wettervorhersage anzuschauen.

 

Bier

 

Entgegen vieler Meinungen im Netz fanden wir das isländische Bier süffig und echt gut. Zu empfehlen sind das Borg Brugghus, Boli und das Viking Bier. Preis für ein Bier liegt bei 1200 Isländischen Kronen (10€) . 



Island Reiseplan



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